Treasury 4.0 – die Umsetzung der Digitalisierung

ERM
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25. Juni 2019
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Christian Debus

Die Welle der Digitalisierung hat bereits weite Bereiche der Wirtschaft erreicht. Das übergeordnete Ziel: Industrie 4.0. In der Fertigungsindustrie spricht man dabei von einer intelligenten Fabrik, in der Maschinen, Werkstücke, Vertriebs- und Einkaufsplattformen durch den Datenaustausch in Echtzeit miteinander vernetzt sind. In Anlehnung daran hat KPMG bereits 2015 den Begriff Treasury 4.0 kreiert, um auf die Notwendigkeit und die Möglichkeit der Digitalisierung auch im Corporate Treasury hinzuweisen. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die bestehenden digitalen Ansätze bzw. über die, die sich noch in der Entwicklung befinden. Darüber hinaus werden die damit verbundenen Möglichkeiten zur Steigerung von Effizienz, Effektivität und Sicherheit der Prozesse aufgezeigt.

Die Digitalisierung ist ein omnipräsentes Thema – ob auf Tagungen, Kundenveranstaltungen oder in Fachpublikationen. Analysten fragen Unternehmen nach den möglichen Auswirkungen und welche Maßnahmen ergriffen werden, um bei der technologischen Entwicklung nicht ins Hintertreffen zu geraten. Treasurer müssen beantworten, ob Schuldscheindarlehen oder Derivate per Blockchain gehandelt werden sollten, welche Einsparungen durch den Einsatz von Bots möglich sind oder wie die riesigen Datenmengen zur Entscheidungsfindung besser genutzt werden können. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird thematisiert.

Grundsätze der Digitalisierung

Digitalisierung im Treasury bezeichnet sowohl die grundlegende Veränderung von Prozessen und Methoden durch neue Technologien, als auch eine umfassende Datennutzung durch Algorithmen. Diese unterstützen im Idealfall die Entscheidungsfindung und Kontrolle. Grundvoraussetzung dafür ist ein digitales Format der Daten und Informationen.

Viele Ideen der Digitalisierung im Treasury sind oftmals nicht neu. Systemarchitekturen, wozu unter anderem Marktdatenschnittstellen, Handels- und Confirmation-Plattformen sowie Bankkommunikation zählen, gehören bereits vielfach zum Standard. Sie stellen demnach keine wesentliche technologische Weiterentwicklung dar. Allerdings erlauben erst der jetzige Stand der Technik und die damit verbundenen vertretbaren Kosten für Speicher- und Verarbeitungsleistung die Umsetzung innerhalb laufender Prozesse. Darüber hinaus ist die gewachsene Akzeptanz, aber auch der Wettbewerbs- und Kostendruck in den Corporate Treasuries sowie bei deren Geschäftspartnern (insb. den Banken) ein wesentlicher Treiber der Veränderung.

Es lassen sich vier grundsätzliche Zielsetzungen bzw. Auswirkungen der Anwendung digitaler Methoden und Systeme im Treasury unterscheiden:

Automatisierung

  • Echtes „Straight Through Processing“ für alle Standard-Transaktionen
  • Erhöhung der „No Touch Rate“, d. h. weitgehende Vermeidung manueller Eingriffe
  • „Management by Exception“ als Steuerungsprinzip, d. h. Beschäftigung nur mit außerhalb einer definierten Norm liegenden Daten bzw. Ergebnissen
  • Autonome und selbstlernende Systeme
  • Analytics
  • Echtzeit-Vernetzung aller relevanten Informationen
  • Systemgestützte Entscheidungsfindung
  • Erhöhung von Transparenz über alle Risiken
  • Massendatenanalyse und intelligentes Forecasting für Exposures und Liquidität

(...)

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 05/2019. Die Ausgabe ist seit dem 29. Mai 2019 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autor:
Christian Debus
| Partner Finance Advisory, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Bildquelle: iStock.com/piranka