Volks- und Raiffeisenbanken 2018 mit spürbarem Gewinnrückgang

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12. März 2019
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Matthias Goldschmidt

Die Volks- und Raiffeisenbanken haben im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Höhere Investitionen in die Digitalisierung und die Marktvolatilität zum Jahresende belasteten das Ergebnis. Gleichzeitig steigerten die Institute ihre Marktanteile im Kredit-und Einlagengeschäft leicht.

Der Vorsteuergewinn der 875 Volks- und Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken sowie genossenschaftlichen Spezialinstitute sank um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 6,4 Mrd. Euro, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) mitteilte. Unter dem Strich verdienten die Banken 2,2 Mrd. Euro.

Verwaltungsaufwendungen stiegen an

Auf der Ertragsseite legten sowohl Zins- als auch Provisionsüberschuss zu. Der Zinsüberschuss stieg um 0,6 Prozent auf 16,6 Mrd. Euro. Mit 5,3 Mrd. Euro erhöhte sich der Provisionsüberschuss um 6,6 Prozent. Allerdings kletterten auch die Verwaltungsaufwendungen, nicht zuletzt wegen höherer Personalkosten, um 1,8 Prozent auf 14,6 Mrd. Euro. Zudem wirkten sich Investitionen im Rahmen der Digitalisierungsbemühungen aus.

Die Volks- und Raiffeisenbanken seien in der Lage, „auch hohe Investitionen in die Zukunft zu stemmen, ohne an operativer Ertragskraft einzubüßen“, sagte BVR-Präsidentin Marija Kolak auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt.

Das Kreditgeschäft wuchs um 5,7 Prozent auf 590 Mrd. Euro, womit der Marktanteil um 0,2 Prozentpunkte auf 16,9 Prozent vorrückte. Die Kundeneinlagen stiegen um 5,2 Prozent auf 697 Mrd. Euro. Hier wurde der Marktanteil um 0,4 Punkte auf 18,5 Prozent ausgebaut.

Vor dem Hintergrund einer intakten Binnenkonjunktur und anhaltender Niedrigzinsen rechnet der Verband dieses Jahr mit einer „leicht rückläufigen Tendenz“ beim Zinsüberschuss. „Insgesamt werden die Genossenschaftsbanken aber wieder ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen“, sagte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin. (DJN)

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